Nach einigen Jahren der Dienstverschiebung, brachte ich es 2011 fertig, zum ADF – eher bekannt als WK (Wiederholungskurs) – anzutreten. Wie das so aussieht, schildere ich in diesem Beitrag.
Tag #3 – Sonntag, 4. Dezember 2011
Urlaub bis 20 Uhr noch.
Tag #2 – Samstag, 3. Dezember 2011
Urlaub
Tag #1 – Freitag, 2. Dezember 2011
Mels (SG) heisst der Ort, zu dem ich mich an diesem sonnigen Freitagmorgen aufmache. Wie es sich für einen richtigen Bubi gehört, bin ich in Begleitung meiner Eltern. Auf dem Marschbefehl heisst es, ich soll zwingend mit dem öffentlichen Verkehr anreisen und zwar mit Sack und Pack. Das bedeutet, ich kann (oder sollte) mein Fahrzeug nicht selber mitnehmen, da ich es da wohl stehen lassen müsste.
Ohne Probleme finde ich zum Fahrzeugpark. Wie erwartet stehen Piranhas und Duros herum – und unzählige Soldaten, gemütlich rauchend und schwatzend. Eine ganz andere Welt als in der RS (den Monaten der Grundausbildung). Ich nähere mich einer Gruppe (der ein Hauptmann und ein Feldweibel angehören) und um gleich klar zu machen, dass mir deren Dienstgrad schnuppe ist, belasse ich es bei einem simplen, aber freundlichen “Guten Morgen”. Wider erwarten erklären sie mir ebenso freundlich wo ich hin muss. Sehr eigenartig.
Ich entdecke einige Leute mit demselben Battaillons-Badge und geselle mich zu ihnen. Als beim Gespräch heraus kommt, dass ich mit meinem ganzen Gepäck angereist bin, ist allen klar, dass ich ein Hamburger bin. Ein Neuling. Aber die Leute behandeln mich gut. Weitere ‘Vollpackungs-Deppen’ folgen, es herrscht eine lockere Stimmung. Dann erklärt uns jemand, dass wir keine Piranhas fassen und dass der Einsatz in Genf steht.
Ein Hauptmann heisst uns willkommen und wir sollen gleich einen schriftlichen Test durchführen, der unsere Gesetzes- und Richtlinienkenntnisse prüft. Der entpuppt sich als lockere Angelegenheit und wir werden zu unseren Fahrzeugen geführt. Keine Piranhas. Ich bin erleichtert, diese unpraktischen Panzer bedeuten mehr Arbeit, aber für unseren (realen) Auftrag benötigen wir keine.
Ich bekomme einen Seat Ibiza (natürlich mit militärischem Kennzeichen) zugewiesen, den ich abnehmen muss. Nach den ganzen Kontrollen fahren wir im Konvoi nach Walenstadt (SG), wo wir unsere Fahrkünste etwas auffrischen, was aber ebenfalls kein Problem ist.
Dazwischen gibt es Mittagessen (auf dem Feld) und wie schon während der RS nur allzuhäufig passiert, ist auch dieses Essen nicht halal und ich begnüge mich mit dem Salat. Was soll’s.
Schliesslich fahren wir zum Waffenplatz Walenstadt und parkieren da unsere Fahrzeuge. Ich gehöre zu den traurigen Seelen, die am Sonntagabend (statt Montagmorgen) wieder einrücken müssen. Aber halb so wild. Um kurz vor 16:00 Uhr werden wir bereits ins Wochenende entlassen. Nach 142 Diensttagen das erste mal, das ich einen ganz angenehmen Tag in der Schweizer Armee hatte.