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Tunesien hält demokratische Wahlen ab, Ägypten und Libyen folgen in Kürze. Der Maghreb ist von allem Übel befreit, die Demokratie und damit ‘menschenwürdige’ Verhältnisse erhalten Einzug. Der Dank für diese Leistung geht zunächst an die tapferen Kämpfer, die Rebellen. Natürlich haben die NATO und insbesondere die Vereinigten Staaten von Amerika ihren bedeutenden Beitrag geleistet. Schliesslich ist auch die Erde zu einem wesentlich besseren Ort geworden.

So wird wohl die offizielle Darstellung aussehen und nur Wenige werden sich dagegen erheben können. Geschichte ist keine akkurate Wiedergabe von Ereignissen, sondern die Sichtweise des Siegers. Zu den Siegern gehören in diesem aktuellen Beispiel weder die Maghreb-Völker noch die Menschheit und schon gar nicht so etwas wie Wahrheit.

In all diese Länder stellte man Marionetten hin oder liess die anwesenden gewähren und hielt sie anderweitig unter Kontrolle. Hauptsache war, sie standen nicht im Weg. Die wachsende Unzufriedenheit hingegen, machte die Kontrolle etwas schwierig und es musste ein Plan entwickelt werden um die Menschen glauben zu lassen, es würde sich etwas verbessern. Man befreite sie von ihren Diktatoren (deren Machenschaften während Jahrzehnten eigenartigerweise niemanden interessierten) und gab ihnen Demokratie; aber nur auch nur ein minderwertiges Derivat davon. Die befreiten werden nun wirtschaftlich versklavt, können aber mit der lausigen Phrase ‘sie seien vom Bösen befreit worden’ für lange Zeit abgespeist werden.

Syrien passt ebenfalls in dieses Schema. Al-Assad könnte von seinen ehemaligen Verbündeten nun ebenfalls fallengelassen werden. Denn während Saudi-Arabien keinerlei Kritik für die Niederschlagung der Proteste erfuhr, droht man Syrien mit militärischem Eingreifen. Das Königreich Saudi-Arabien ist der verlängerte Arm der USA im nahen Osten und geniesst (vorerst) Immunität.

Syrien ist Nachbar Israels und diesem nicht unbedingt versönlich gestimmt. Die Golanhöhen werden aber nicht umkämpft, da Assad wie die anderen auch nur eine Marionette ist. Und nun bietet sich die Möglichkeit einen weiteren Faktor im nahen Osten zu eliminieren. Dass Assad droht, es könnte die ganze Region ins Verderben reissen, ist sogar eine erwünschte Reaktion. Besonders wenn dabei auch die Türkei entscheidend geschwächt werden könnte.

Fragt sich nur wie man den Iran in dieser Kettenreaktion isolieren könnte.