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Tunesien ist befreit. Während das zerstörte Libyen sich nun erst einmal sammlen muss, hat der Nachbar im Nordwesten am letzten Wochenende gewählt. Über die ‘neue’ Demokratie im Lande freut sich die ganze Welt. Dass die Stimmbürger aber mehrheitlich die “gemässigten Islamisten von ‘Ennahda’” gewählt haben, stösst dem Westen allerdings sauer auf.

Auf den islamischen Frühling – der zuvor eigenartigerweise als arabischer Frühling bezeichnet wurde – folge der islamistische Winter. Denn die Freiheit, die die Revolution gebracht hat, würde nun dem Islam bzw. den Islamisten geopfert. Die Frage stellt sich natürlich, woher die Ängste des Westens stammen. Denn es ist schon Jahrhunderte her (ausgenommen das osmanische Reich, s. weiter unten), dass ‘Islamisten’ ein Land geführt haben.

Nein. Der Irak, der Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien haben im letzten Jahrhundert nicht für die ‘Islamisten’ gespielt. Ganz im Gegenteil. Die Araber haben Anfang des 20. Jahrhunderts die Muslime dem Westen (genauer: den Briten) verkauft und ausgeliefert. Seither kontrollieren die westlichen Mächte unter Führung der USA das gesamte Weltgeschehen. Mit dem Sturz der Despoten hat sich nichts geändert. Es wurde nur eine scheinbare ‘Neuheit’ installiert: Demokratie. Oder mehr das parasitäre Produkt, das der Westen Demokratie nennt.

Also kann man sagen, dass – obwohl nun Ennahda gewählt wurde – es nichts am aktuellen politischen Geschehen ändern wird. Die Maghreb-Völker werden nun wirtschaftlich gefangen genommen während die Welt es so darstellt, als hätten sie nun Freiheit erlangt.

Ein Beispiel? Das spanische Öl-Unternehmen Repsol soll bereits seine Arbeit in Libyen aufgenommen haben. Wieso soll Libyen das eigene Öl nicht selber fördern dürfen?

Der Aufwand ist bedeutend klein: Die Angst vor dem Islam muss aufrecht gehalten werden. Alles andere erledigt sich praktisch selbst. Für die anderen: Vom Regen in die Traufe.