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In seinem schicken Anzug fällt er nicht weiter auf in seinem Lieblingsrestaurant in Washington. An diesem Abend sind – wie oft – Mitglieder der Justiz und beider Parteien anwesend. Er, seine Exzellenz Adel al-Jubeir, ist Botschafter Saudi-Arabiens in den Vereinigten Staaten. Er wird zu seinem gewohnten Tisch geführt und setzt sich. Sekundenbruchteile später schiessen Glasscherben und andere Trümmer durch den Raum. Die ruhige Athmosphäre geht in ein flammendens Inferno über. 150 Menschen kommen ums Leben: Anwälte, Politiker, Zivilisten. Darunter auch al-Jubeir: Der Saudische Botschafter.

Szenenwechsel: Ein weiter Konferenzsaal. Irgendwo in Washington. Anwesend hohe Politiker und Militärs. Auch Vetreter der Saudis sitzen am Tisch. Es herrscht Krieg und der Feind ist der Iran. Sofort werden mögliche Szenarien und Vergeltungsschläge besprochen, aber eines steht fest: Der Iran muss bezahlen.

Hollywood als einzige Inspirationsquelle

Irgendwie fehlt doch etwas im Drehbuch. Irgendetwas zwischen dem Anschlag und der militärischen Antwort. Würde sich mancher Kinogänger über diesen eigenartigen Anschlussfehler im Film wundern, stellt man sich in der Realität diese Frage nicht. Denn diese Szenerie ist in den Köpfen amerikanischer Politiker Realität. Auch wenn der Anschlag nicht stattgefunden hat und niemand verletzt wurde.

Panik möglichst vermeiden

In wievielen Filmen möchte der selbstlose US-Präsident Panik und Verunsicherung in seiner Bevölkerung vermeiden? Selbst wenn ganze Städte von der atomaren Auslöschung bedroht sind, gilt es Ruhe zu bewahren. Ermittlungen und Verhandlungen lassen die Drähte nur so glühen und schliesslich werden die Verantwortlichen (meist Terroristen aus dem nahen Osten) dingfest gemacht oder getötet.

Erneut ist ein Terrorist aus dem nahen Osten auf der Bühne. Sein Ziel ist nicht das amerikanische Volk. Nicht mal auf amerikanische Funktionäre hat er es abgesehen. Sondern auf den Botschafter Saudi-Arabiens. Offenbar fürchtet die Regierung auch nur um sein Leben. Obwohl bei dem Anschlag wohl einige hundert US-Bürger ums Leben gekommen wären.

Blitz-Untersuchungen

Wenn der Anschlag dank aufrichtiger Ermittlungsarbeit abgewendet wurde, ist es da nötig die Bevölkerung zu informieren? Natürlich, aber ist es nötig ihr die Untersuchungsergebnisse zu präsentieren bevor Untersuchungen überhaupt stattgefunden haben?

Normalerweise müssten in einem solchen Fall die US-Behörden eine von den Saudis initiierte Untersuchung übernehmen. Es sollte nicht bekannt werden, dass der Anschlag vereitelt wurde und gleichzeit müsste man den Botschafter gesondert beschützen. Denn wenn sein Tod von solcher Bedeutung wäre, würde man es bestimmt erneut versuchen. Doch davon war nirgends die Rede. Kein Wunder. Niemand hat Interesse daran einen Botschafter zu töten, der auf solch einem Spielfeld nur geringe Bedeutung hat.

Stattdessen empören sich die USA sowie Saudi-Arabien lächerlich künstlich und wissen schon, dass der Iran seine Finger im Spiel hatte.

Ein eigenartiger Terrorist

Manssor Arbabsiar ist geständig. Er habe unter Anleitung des Iran den Anschlag geplant und nur ein unglücklicher Zufall habe dessen Ausführung verhindert. Zeugenaussagen taugen nur zum belegen von Beweisen. Diese fehlen in diesem Fall aber gänzlich. Dass Arbabsiar 100’000 Dollar Anzahlung an das Drogenkartell überwiesen hat, ist kein Beweis. US-Behörden überwachen und kontrollieren den weltweiten Zahlungsverkehr. Vor allem eine Überweisung aus dem Iran hätte wohl alle Alarmglocken ertönen lassen.

Würde eine gefürchtete ausländische Spezialeinheit eine solche Operation in solch schludrige Hände geben?

Die Fakten

Die Fakten sind schnell abgearbeitet. Es gibt nämlich kaum welche.

Meine Eltern haben mir mal von einem Wolf und einem Widder erzählt, der flussabwärts trank. Der Wolf solle sich dann beim Widder beschwert haben, dass dieser des Wolfes Wasser verunreinige. Worauf der Widder entgegnet haben soll, dass er doch nur einen Grund suche ihn zu fressen …

Hollywood als einzige Inspirationsquelle II

Offenbar hat die Welt mittlerweile seichte Drehbücher satt. Ich glaube, dass es noch nie eine solche Reaktion auf eine US-Publikation gab. Ob die US-Bevölkerung jedoch etwas ausrichten kann, da habe ich meine Zweifel.

Übrigens: Arbabsiar soll ja US-Bürger sein. Folgen wir der gängigen Logik müssten die Urheber dieser Krise in den USA zu finden sein …