Gestern Abend entdeckte ich in den Online-Ausgaben des Tages-Anzeigers und von 20min, dass die US-Justiz ein von den Iranern inszeniertes Attentat vereitelt haben will.
Zwei Bürger des Iran sollen einen Anschlag auf den Botschafter Saudi-Arabiens geplant haben. Dies wurde verhindert, Obama ist ob dem «eklatanten Verstoss gegen US- und internationales Recht» empört, Clinton kündigte Sanktionen an, sofern noch weitere Sanktionen überhaupt möglich sind. So weit, so normal das übliche Protokoll, so gelangweilt der internationale Zuschauer der Washingtoner Puppenkiste.
Einer der Verdächtigen (und folglich Schuldigen) ist der 56-jährige Manssor Arbabsiar, der die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Sein Komplize soll Gholam Schakuri, Mitglied der berüchtigten El-Kuds-Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarde, sein.
Erstgenannter soll in der Nachbarschaft schon öfters aufgefallen sein als er rauchend und in einer Fremdsprache telefoniert habe. Ausserdem sei er mehrmals wegen Diebstahls verhaftet worden. Dies übrigens ein Zeichen der gefährlichsten Feinde der USA. Wie wir seit 9/11 wissen ist chronischer Dilettantismus das Haupterkennungsmerkmal dieser Terroristen. Arbabsiar soll in seiner Unbeholfenheit schliesslich die Pläne einem verdeckten Ermittler mitgeteilt haben, den er für ein Mitglied eines Drogenkartells gehalten haben soll.
Dass der vermeintliche Terrorist nicht vor zivilen Opfern zurückgeschreckt hätte ist nur noch schmückendes Beigemüse. Saudi-Arabien soll sich inzwischen höflichst bei den fleissigen Ermittlern der USA bedankt haben. Der Staat auf der arabischen Halbinsel soll das unmenschliche Verhalten aufs Schärfste verurteilt haben. Wie friedlich die Welt nun ist.