Die heutige Ausgabe des Tages-Anzeigers gibt für einen gesonderten Post nicht viel her. Stattdessen habe ich mir etwas ausgesucht, das am Rande die Unruhen in Ägypten thematisiert, aber auf ein viel älteres, allgemeineres und akuteres Problem zurückführt: Islam, der Feind der Zivilisation.
Das Lagerfeuer wird zum Waldbrand
Die Medien berichten von Unruhen in Ägypten mit Toten und unzähligen Verletzten. Betitelt werden die Bericht mit religiösen Auseinandersetzungen. Einziger Fakt dabei: Die koptische Minderheit protestiert. Für die Medien kann das nur Christentum gegen Islam heissen. Dass die Kopten aber vorrangig gegen den militärischen Übergangsrat protestiert haben – dessen Abschaffung auch die Muslime fordern – ist Nebensache bzw. wirkt der News-Meldung eher entgegen und wir nur am Rande bzw. gar nicht erwähnt.
Für viele Menschen sind solche Meldungen ein gefundenes Fressen. Die Kommentarspalten von 20min, TA und Konsorten sind voll mit ‘fundierten’ Meinungen über den Islam. Das Ziel des Islam sei es doch die Welt zu unterwerfen und das gehöre gestoppt, der Islam erlaube keine Demokratie, der Islam rufe zu Gewalt auf, usw. Die Geschichten sind bekannt, die Vorurteile sowie das Unwissen verbreitet, die Wissenden als Ignoranten, Gutmenschen oder Spinner abgestempelt.
Der Blick hinter die Kulissen
Doch was sehen die Muslime? Kurz: Sie fühlen sich vom Westen betrogen. So wie es keine Ex-CIA-Mitarbeiter gibt, so gibt es auch keine Ex-Kolonien. Das gilt auch für Ägypten. Offiziell soll es seit 1922 unabhängig sein, doch so etwas gibt es ‘ausserhalb des Westens’ nicht. Solche Staaten werden von (brutalen) Marionetten geführt, das Geld wird ausser Landes geschafft und die Bevölkerung darf sich gegenseitig an den Knochen nagen.
In Kairo gibt es – wie in jeder grossen Stadt – teure Wohnungen an ‘guten’ Lagen, teure Autos, teure Kleidung etc. Aber in einer Stadt wie Kairo, deren Bewohner Luxusgüter mehrheitlich nur von Werbeplakaten und -Spots kennen, dort fallen die Besitzer solcher Güter umso mehr auf. Und diese sind häufig Amerikaner und Briten. Oder sie arbeiten für diese.
Daraus entsteht eine Unzufriedenheit, die häufig in Verzweiflung mündet. Das ist bei den Kopten nicht anders. Diese christliche Minderheit leidet unter derselben Situation wie die muslimische Bevölkerung auch. Das Problem liegt wo anders und zwar ‘weiter oben’. Um genau zu sein: Ganz oben bei den Puppenspielern.
Die Schuld
Zurück zum Islam: Könnte die Situation unter ‘islamischer Herrschaft’ überhaupt schlimmer sein? Dafür, dass die Muslime so ‘zurückgeblieben’ sind, hatten sie für 800 Jahre ein enorm grosses Reich, das von Wissen und Wohlstand begleitet wurde. Hätte es dieses Reich nicht gegeben, hätte der Westen das Wissen um Demokratie wohl nie erhalten.
Jawohl, es gab Kriege. Aber Tote gab es nur in solchen zu beklagen. Ganz im Gegensatz zu den Kreuzzügen, der Inquisition oder den beiden Weltkriegen, die von Greueltaten nur so trieften. Nein, die heutige Welt ist nicht daran Schuld (zumindest die Mehrheit), aber es ist die Pflicht eines jeden diese Dinge im Hinterkopf zu behalten.